Wednesday, December 28, 2022

Meine alten Erinnerungen sterben aus

 

 

Ich kam gerade von "Melbourne" zurück wo ich eine sehr ruhige Nacht verbrachte. Auf dem Wege zurück zum Haus tauchte ein Angler aus dem Nebel auf dem Fluss auf. Der hatte wohl auch eine ruhige Nacht in seinem Boot verbracht. Manchmal brauchen wir solch ruhige Momente um mit unserem Leben klarzukommen.

Im Haus zurück, fing ich an meine Haferflocken zu kochen und den Komputer anzukurbeln wo ich eine E-mail von einem Armin Müller fand:

"Hallo Peter, hier ist der jüngere Sohn von Bärbel. Ich habe die traurige Pflicht auch Dich zu informieren. Bärbel ist am 23.11.22 verstorben. Die Beisetzung fand in Braunschweig-Mascherode statt. Ich hatte deine Nummer in Ihrem iPhone gefunden, konnte Dich als den Auswanderer zuordnen und eine kurze Suche brachte mich auf eure Website."

Bärbel und ich trafen uns als Lehrlinge in 1962 als ich schon im dritten Jahr meiner Lehre war und sie gerade ihre Lehre angefangen hatte. Wir saßen uns gegenüber in der Feuerversicherungsabteilung und daraus wurde dann eine Freundschaft die noch mehrere Jahre nach meiner Auswanderung anhielt. Wir erneuerten sie als ich im Februar 1984 zur Beerdiging meines Vaters wieder nach Braunschweig kam und wurde dann eine Brieffreundschaft als ich in 1985 Griechenland wieder verlies.

Oder besser gesagt, wieder eine Brieffreundschaft denn dass war es schon einmal für einige Jahre nach meiner Auswanderung in 1965 gewesen. All diese Brief schickte sie mir in 2011 um mich daran zu erinnern mit den Worten: "Doppelt so viel habe ich hier noch fallst Du sie haben möchtest."

 

 

In späteren Jahren schickte sie mir noch Fotos von einem Betriebsausflug den ich schon lange vergessen hatte - siehe hier - und nahm auch Fotos auf von meinen Elternhäusern am Altewiekring und Cyriaksring - siehe hier und hier. Und hier ist meine Antwort an ihren Sohn Armin:

"Lieber Armin, das ist doch völlig unmöglich und gar nicht zu glauben!!! Bärbel und ich kannten uns von unserer Lehre in der Hamburg-Bremer Feuer-Versicherung in der Münzstrasse, und wir trafen uns zum letzten Mal in 1984 als ich nach Braunschweig kam zur Beerdigung meines Vaters. Unsere Verbindung war in den letzten Jahren wieder abgebrochen, wohl deshalb weil ich hier unten am Ende der Welt in einem ganz anderen Millieu lebe und überhaupt keine Verbindung mit der (k)alten Heimat mehr habe. Wie ich mich erinnere war ihr letztes Lebenszeichen von der Ostsee mit einem Foto mit ihr und Deinem Vater am Strand. Danke für Deine Email und die Mühe die Du Dir machtest Dich mit mir in Verbindung zu setzen. In meinem Alter ist man daran gewöhnt solche Nachrichten zu erhalten, denn mehr und mehr alte Freunde und Freundinnen versterben nach und nach. Dennoch hat mich diese Nachricht besonders gepackt denn sie bringt mich ganz zurück an den Anfang meiner beruflichen Karriere und bevor ich überhaupt Gedanken hatte je einmal nach Australien auszuwandern. Meinen herzlichen Beileid an Dich und Deinen Bruder und Vater."

 

 

Meine alten Erinnerungen sterben langsam aus.

 

 

Saturday, October 1, 2022

Tag der deutschen Einheit

 

 

Saturday, August 27, 2022

Ja, so war es früher

 

 

Wir spielten in den Trümmern, trugen Lederhosen, aßen Hasenbrote, trunken Muckefuck, und wenn wir 'mal Besorgungen für die Nachbarin machten und die uns zehn Pfennig gab, dann kauften wir uns einen Negerkuss oder zehn HARIBO-Teddibären. Zuhause gab es Schmalzbrote (mag ich immer noch!) und zur Belohnung manchmal ein Zuckerbrot.

 

 

Und diese Schule von den 60er Jahren war viel schöner als die Volksschule in der ich in 1952 eingeschult wurde. Wir hatten noch Schulbänke zum Aufklappen und mit Tintenfässern und waren so um fünfzig Schüler in einer Klasse und die Eltern waren nie dabei. Anstelle eines Ranzens hatte ich eine alte Aktentasche meines Vaters die fast so groß war wie ich.

 

 

Dokumentation über das Schicksal der Stadt Braunschweig während und am Ende des 2. Weltkrieges.

Während des Krieges war Braunschweig ein bedeutendes Rüstungszentrum. 50 Luftangriffe gingen auf die Stadt und ihre Bevölkerung nieder wobei 90 % der Innenstadt zerstört wurden. Der Gesamtzerstörungsgrad der Stadt betrug 42%. Der verheerendste Bombenangriff fand am 15. Oktober 1944 statt, bei dem 233 Lancaster-Bomber der No. 5 Bomber Group Royal Air Force (RAF) durch den Abwurf von etwa 200.000 Phosphor-, Brand- und Sprengbomben einen 2½ Tage wütenden Feuersturm entfachten. Über 1.000 Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben. Während des gesamten Krieges fanden etwa 3.500 Menschen durch Bombenangriffe den Tod, wobei fast die Hälfte der Toten Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge waren. Die Kapitulationserklärung der Stadt Braunschweig wurde am Donnerstag, den 12. April 1945 um 2:59 Uhr unterzeichnet, woraufhin amerikanische Truppen kampflos die schwer zerstörte Stadt besetzten. Die alliierte Militärregierung bezog das Veltheimsche Haus auf dem Burgplatz. Am 5. Juni 1945 wurde die amerikanische Besatzung durch britische Truppen abgelöst. Die Trümmerräumung dauerte 17 Jahre, bis sie 1963 offiziell für beendet erklärt wurde.