Der 10-jährige Hubert Finn, 'Fatty' genannt, lebt in den 1930er Jahren in ärmlichen Verhältnissen in Australien. Er und seine Freunde halten fest zusammen, müssen sie sich doch öfters gegen den Fiesling Bomer und seine Gang zur Wehr setzen. Fatty wünscht sich ein Detektorradio, kann es sich aber nicht leisten. Innerhalb einer Woche muss er Geld dafür auftreiben, sonst kriegt er das Radio nicht.
Vor mehreren Jahren schickte das ZDF zwei deutsche Familien für drei Monate ans andere Ende der Welt. Der Zielort: ein fernes kleines Eiland im Pazifik - bewohnt von einer Handvoll Einheimischer. Die Inseln der Südsee - traumhafte Orte, die Sehnsüchte wecken nach weißen Stränden, azurblauem Meer und einer Hängematte zwischen Palmen. Mythos Südsee - oder nur ein Klischee?
Joe Altenhein, der früher in Tonga und jetzt wieder in Berlin lebt, schrieb darüber: "Die ZDF Serie ’Traumfischer’ braut zur Zeit im Südsee-Staat Tonga einen Balsam zur Heilung der im deutschen Alltag erlittenen Seelenwunden. Der Mix aus Sonne, Meer und Palmen, wird mit freundlichen, offenen Menschen garniert und entspricht dem Südseetraum schlechthin.
Bougainville, Rousseau und Goethe hätten sicherlich ihre Freude an dieser Idee vom Paradies auf Erden in der Südsee.
Romantisch verklärter Naturalismus ist in Europa seit dem 18ten Jahrhundert ein beliebtes Thema und je komplexer die Zwänge unserer ’westlichen’ Gesellschaft werden, umso mehr scheint auch die Sehnsucht nach einem natürlicheren Leben zu wachsen.
Dem trägt das ZDF demnächst mit der auf Tonga gedrehten Serie Traumfischer Rechnung.
Wer sich nun auf die Spuren der Traumfischer begeben will, dem werden zwei verschiedene Südseen angeboten: Das kommerzialisierte, optisch unserem Ideal von der Südsee sehr nahen, Südseeparadies à la Bora Bora - oder die Realität eines verschlafenen, traditionellen Inselstaates, wie im Königreich Tonga.
Wer nach Tonga kommt und Bora Bora-Südsee erwartet, wird eventuell enttäuscht sein. Wer nach Bora Bora fährt und Südseekultur sucht, wird wohl ebenfalls enttäuscht werden.
Seit 1994 lebte ich in Tonga, sechs Jahre davon auf einer unbewohnten Insel in der Ha’apai Gruppe, ca. 50Km vom nächsten Geschäft. ’Die letzte Ecke’, so zu sagen. Hier ist die Erde noch eine Scheibe und Captain Bligh erst gerade am Horizont verschwunden.
Für mich ist ’Südsee’, neben Sonne und Meer, vor allem die einfache Lebensweise der Menschen auf den abgelegenen Inseln.
Die insulanische Gelassenheit und stoische Akzeptanz des Lebens sind für mich das eigentliche Südseerlebnis – auch wenn ich, wie fast alle ’Palangis’, diese Lebensweise nicht adoptieren könnte.
Wer nach Tonga kommt und den einfachen Fischer im Einbaum sucht, der nicht vom Hotel bezahlt wird, kann hier Belohnung finden. Natürlich nicht dort wo die Flugzeuge landen, sondern zum Beispiel dort, wo auch das ZDF ihre Traumfischer Serie dreht, in Ha’apai.
Die meisten Reisenden bewegen sich nur selten abseits der Touristenpfade, sprich: Unterkunft, Geschäft, Cafe, Kneipe, Steckdose. Der Fischer im Einbaum kommt dort selten vorbei. Wer sich nicht von der Vertrautheit des Guesthouses, Hotels oder Cafes lösen kann, wird daher leider auch an der Südsee vorbeifahren.
Wichtig ist, dass sich jeder bewußt ist, was er hier erwartet oder sucht.
Wer lediglich Sonne, Meer und Cocktails sucht, wird in einem Resort gut bedient.
Wer aber die Südsee aus Gaughins Bildern sucht, der fährt besser auf eine der kleineren Inseln – wenigstens für einen Tag."
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Wie Gabriela Kinder, eine der "Traumfischer"-Teilnehmer, sagte, "Wir wären gerne länger geblieben, aber dorthin auszuwandern stand und steht nicht zur Debatte. Ich würde viele Dinge, die ich sehr schätze, vermissen, zum Beispiel klassische Musik, Konzerte, Theater, Museen und auch Kneipen. Deswegen würde es uns auch eher nach Italien ziehen, falls wir einmal aus Deutschland weggehen sollten."
Ich wanderte im Jahre 1965 vom (k)alten Deutschland nach Australien aus. In Erinnerung an das alte Sprichwort "Gott hüte mich vor Sturm und Wind und Deutschen die im Ausland sind" wurde ich in 1971 im Dschungel von Neu-Guinea australischer Staatsbürger. Das kostete mich nur einen Umlaut und das zweite n im Nachnamen - von -mann auf -man.
Australien gab mir eine zweite Sprache und eine zweite Chance und es war auch der Anfang und das Ende: nach fünfzig Arbeiten in fünfzehn Ländern - "Die ganze Welt mein Arbeitsfeld" - lebe ich jetzt im Ruhestand in Australien an der schönen Südküste von Neusüdwales.
Ich verbringe meine Tage mit dem Lesen von Büchern, segle mein Boot den Fluss hinunter, beschäftige mich mit Holzarbeit, oder mache Pläne für eine neue Reise.
In der Zwischenzeit, falls Du mein Blog in der englischen Sprache lesen willst, besuche mich At Home at Riverbend.