Saturday, July 1, 2017

Ein schöner Rücken kann auch entzücken

Zwei Tippelbrüder: links ist Opeter, rechts ist Armin

 

Letzte Nacht konnte ich nicht gut schlafen - ich kann nie gut schlafen! - und außderdem wollte Rover zum Pinkeln raus, also musste auch ich. Es war 2 Uhr nachts und da ich ohnehin nicht mehr schlafen konnte, machte ich mir eine Tasse Tee und den Komputer an - und da war es:

 

Hallo Peter,

evtl. erinnerst du dich noch an armin (aus der fg-zeit). Wir waren z.b. einmal zusammen mit o-peter ein paar wochen auf hitch-hike-tour in England. Durch zufall bin ich auf deiner seite gelandet als ich feststellen wollte, ob es fg’s noch gibt. Ich wünsche dir alles gute – leider lebt der jesus nicht mehr und daher können wir ja nicht mehr J (j) ünger werden.

Grüsse von Armin

 

Was für eine Überraschung! Na klar erinnere ich mich an den Armin! Ich hatte sogar vor mehreren Jahren an die "Fahrenden Gesellen" geschrieben und gefragt ob sie wüssten wo er und Opeter und Werner (ein anderer Tippelbruder) sind. Was für ein Zufall daß er mich jetzt gefunden hat!

Die Seite auf der er "gelandet" war, war diese und vielleicht auch diese, denn Bundesbruder der "Fahrenden Gesellen" bin ich auch heute noch.

Die "Fahrenden Gesellen" hatten einen entscheidenden Einfluss auf mein Leben: bis ich als Siebzehnjähriger ganz von zuhause fortging, waren die Wochen und Wochenende die ich auf Fahrt oder im Landheim mit den "Fahrenden Gesellen" verbrachte, eine willkommenende Flucht aus dem chaotischen Elternhaus. Und sie gaben mir genug Selbstvertrauen zwei Jahre später nach Australien auszuwandern.

Natürlich habe ich Armins Email gleich beantwortet. Jetzt bin sogar noch schlafloser geworden und kann kaum noch auf seine Antwort warten!

 

 

Ich kopierte dieses Bild vom Armins Skype-Profil denn er versuchte mich anzurufen aber ich war schon wieder (oder immer noch) im Bett
Damit er mich überhaupt noch erkennen kann, schickte ich ihm schnell ein
Foto von mir in meinem alten und jetzt schon viel zu kleinen Fartenhemd
das ich schon seit 55 Jahren nicht mehr getragen hatte.

 

 

 

Wednesday, June 7, 2017

Eine Reise in die 50er Jahre

 

Das Deutschland in den 50er Jahren - und den frühen 60er - ist das einzige Deutschland das ich kenne denn in 1965 ging es schon ab nach Australien. Vom Wirtschaftswunder erfuhr ich gar nichts denn in unserem Zuhause lebten - existierten - wir, die Eltern und fünf Kinder, nur von der Kriegsrente unseres Vaters und jeder Pfennig wurde dreimal umgedreht.

Dennoch gaben wir dem heiß erwarteten Geldbriefträger, der monatlich Vatis kleine Rente ins Haus brachte, immer sein 50-Pfennig Trinkgeld. Der Rest ging dann gleich zum Lebensmittelgeschäft an der Ecke bei dem wir den ganzen Monat angeschrieben hatten.

Ich fing mit 14 Jahren an zu arbeiten denn selbst mein Lehrgeld, so klein wie es auch war, half mit uns über die Runden zu bringen. Da war vom Wirtschaftswunder keine Spur. Schreckliche Kindheit? Wieso? Wie die Elke Heidenreich schon sagt: "Ich kannte nichts anderes". Wir waren so an kaputte Städte und Trümmergrundstücke und fehlende Badezimmer und Klos auf der Unteretage gewöhnt daß es uns gar nicht armseelig und schrecklich erschien. Wir kannten nichts anderes.

Als wir mit der Berliner Luftbrücke aus dem Osten kamen, wohnten wir zuerst in einer Gartenlaube ohne Licht und fließendem Wasser. Dann in einer Zwei-Zimmer Wohnung die wir uns mit einem anderen Ehepaar teilen mussten das uns vom Wohnamt zugewiesen war. Schlange stehen vor dem Klo war da nichts außergewöhnliches. Man musste sich dann immer beeilen obwohl es genug Lesestoff gab denn das "Klopapier" waren alte Zeitungen die ich in kleine Viertel verschneiden musste. Dadurch habe ich das Lesen früh gelernt und wurde eine Leseratte.

In die Ferne gehen - Reisen - war damals ein Luxus für reiche Leute und selbst Fernsehen kam nur viel, viel später. Damals wurde auf der Straße ferngesehen vor dem Schaufenster eines Fernsehgeschäftes - siehe hier. Abends saßen wir in der warmen Küche und starrten auf das magische grüne Auge in unserem Blaupunkt-Radio aus dem ein Hörspiel kam oder wir spielten nächtelang "Mensch ärgere Dich nicht!" - siehe hier.

Und von dem meisten was sie auf diesen Dokumentarfilmen zeigen wusste ich auch nichts, denn für solche Dinge war kein Geld und keine Zeit da. Ich denke auch nicht daß ich viel verpasst habe. Dennoch interessieren mich die Bücher die die Elke Heidenreich geschrieben hat und ich werde mal sehen ob ich sie auf ebay kaufen kann.

 

 

Ob die 50er Jahre besser waren - besser als was? - weiß ich nicht denn ich lebe seit 1965 in Übersee wo es zumindest anders ist.

 

 

Saturday, January 21, 2017

Wo sind Holger Kohl und Juliane Hildebrand?

 

von links nach rechts: Amaneki Paea von der Tonga Co-operative Federation, moi, Eugen und Erika Lottermoser, Kerry Pontrelli (Tim Pontrelli ist hinter der Kamera)

 

Während meiner Reise durch Tonga in 2006 aß und trank ich sehr gern in dem deutschen Restaurant 'Suliana's' welches dem Holger Kohl und der Juliane Hildebrand gehörte.

Kurz nach meiner Abreise gab es in Nuku'alofa einen Aufstand und 'Suliana's', zusammen mit vielen anderen Geschäften, brandte ab. So stand es damals in der Zeitung in Neuseeland:

Time to leave, and no going back

"I can't forget, and I can't forgive." Those were the bitter words of Juliane Hildebrand who, with her husband Holger, lost a restaurant to the mob. The German couple had owned the business for nine years.

Tourists had rushed up to what they thought was the safety of the second floor of the building, but finally had to be told to get out as a strong easterly wind blew flames from the blazing Indian-owned department store next door.

Mrs Hildebrand said she knew it was all over for the business. "I said: 'We are going to lose everything today'."

Too many people they knew had taken part in the riot, so the couple planned to leave Tonga, their home of nearly 11 years, as soon as possible, and for good, Mrs Hildebrand said.

Holger Kohl und Juliane Hildebrand waren völlig abgebrannt und wurden mit Hilfe von deutschen Steuerzahlern nach Deutschland evakuiert.

Ich hörte einmal daß Holger jetzt auf einem Touristendampfer auf der Havel in Berlin arbeitet. "Leinen los"?

Falls Du weisst wo der Holger Kohl oder die Juliane Hildebrand sind, schreib' mir bitte an meine Email riverbendnelligen[AT]mail.com